Herbsturlaub in den Ardennen: Farben, Ruhe & Gemütlichkeit
Herbsturlaub in den Ardennen: Warum Oktober und November die schönste Reisezeit sind, welche Orte sich lohnen und was ein Ferienhaus kostet.
Die Ardennen im Herbst sind eine der schönsten Landschaften, die Belgien zu bieten hat. Zwischen Oktober und November färben sich die Wälder rund um Durbuy, La Roche-en-Ardenne und Bouillon in tiefes Rot, Orange und Gold. Wer jetzt ein Ferienhaus bucht, zahlt weniger als im Sommer und hat die Wanderwege weitgehend für sich.
Was viele nicht wissen: Der Herbst ist in den Ardennen klimatisch oft stabiler als der launische Sommer. Tagsüber liegt die Temperatur noch bei 10 bis 15 Grad, die Luft ist klar, und die Wälder riechen nach feuchtem Laub und Holz. Abends macht man das Kaminfeuer an, öffnet eine Flasche lokalen Cidre oder einen Côtes de Meuse, und draußen raschelt der Wind durch die Buchen. Genau dafür kommen die Menschen hierher.
Inhaltsverzeichnis
- Das Farbspektakel: Wann und wo es am schönsten ist
- Was man im Herbst in den Ardennen unternehmen kann
- Das richtige Ferienhaus für den Herbst wählen
- Essen und Trinken im Herbst: regionale Spezialitäten
- Wann fahren und praktische Infos
- Häufige Fragen
Das Farbspektakel: Wann und wo es am schönsten ist
Wer die Ardennen im Herbst wegen des Laubfärbens besucht, sollte zwischen dem 10. und 31. Oktober reisen. In dieser Zeit leuchten die Buchenwälder rund um den Lac de Warche bei Malmédy in einem tiefen Kupferrot, während die Eichen entlang der Ourthe bei La Roche-en-Ardenne noch grüngold schimmern. Das Zusammenspiel ist jedes Jahr etwas anders, je nachdem wie trocken der September war.
Besonders eindrücklich ist die Laubfärbung rund um das Hohe Venn, wo die Heideflächen ohnehin in einem satten Braun und Lila liegen. Wenn man dort früh morgens durch den Nebel geht, fühlt es sich an wie eine andere Welt. Der Parkplatz am Signal de Botrange, dem höchsten Punkt Belgiens auf 694 Metern, füllt sich an Oktobersamstagen schon vor 9 Uhr. Wer früher da ist, hat die Aussicht für sich.
Rund um Bouillon, ganz im Süden der Ardennen nahe der französischen Grenze, lohnt sich eine Fahrt entlang der Semois. Die Serpentinen des Flusses, von oben betrachtet vom Aussichtspunkt bei Botassart, sind im Herbst eine der meistfotografierten Landschaften Belgiens. Von Brüssel aus braucht man für diese Strecke etwa zwei Stunden mit dem Auto. Durbuy, das sich selbst die kleinste Stadt der Welt nennt, liegt gut eine Stunde von Lüttich entfernt und ist im Oktober angenehm ruhig, nachdem der Sommer seine Touristenmassen mitgebracht hat.
Für Familien mit Kindern eignet sich die Gegend um Saint-Hubert gut. Der Wald um diese kleine Stadt war schon im Mittelalter ein königliches Jagdrevier. Heute kann man hier dem Wallonischen Tourismusverband zufolge auf ausgeschilderten Routen Hirsche und Rehe beobachten, vor allem in den Morgen- und Abendstunden der Brunftzeit im Oktober.
Was man im Herbst in den Ardennen unternehmen kann
Der Herbst verlangt keine sportlichen Höchstleistungen. Was er bietet, sind Stunden an frischer Luft mit gutem Grund, danach lange am Tisch zu sitzen. Wandern steht ganz oben auf der Liste, aber es gibt mehr als das.
- Wandern auf dem GR 57: Dieser Fernwanderweg entlang der Ourthe führt von Lüttich bis nach Houffalize. Teilabschnitte zwischen La Roche und Ortho, etwa 12 Kilometer, sind auch für Gelegenheitswanderer gut machbar und im Oktober spektakulär.
- Mountainbiken im Herbst: Die Trails rund um Vielsalm und Trois-Ponts sind im Herbst griffiger als im Sommer. Leihräder gibt es in Vielsalm ab 25 Euro pro Tag.
- Kayakfahren auf der Lesse: Zwischen Han-sur-Lesse und Anseremme kann man auch noch im Oktober paddeln, solange es nicht zu viel geregnet hat. Die Strecke von etwa 20 Kilometern dauert drei bis vier Stunden. Preise beginnen bei 18 Euro pro Person.
- Höhlen von Han: Die Grotten van Han sind jahreszeitlich unabhängig, denn drinnen ist es immer 12 Grad. Im Herbst gibt es weniger Wartezeiten. Eintrittspreis etwa 20 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen weniger.
- Jagdausstellungen und lokale Märkte: In Saint-Hubert findet jedes Jahr am Wochenende nach dem 3. November das Fest des heiligen Hubertus statt, dem Schutzpatron der Jäger. Pferde, Hunde, traditionelle Jagdhörner: Das ist keine Touristenattraktion, sondern echte wallonische Tradition.
- Thermalbäder in Spa: Die Stadt Spa, die dem Begriff Spa seinen Namen gegeben hat, liegt von Malmedy aus in 20 Minuten. Das Thermengebäude Thermes de Spa bietet Tageskarten ab 35 Euro. Nach einem langen Wandertag ist das sehr angenehm.
- Burgbesichtigungen: Die Burg Bouillon und die Burg von La Roche-en-Ardenne haben bis Ende Oktober geöffnet. Im Herbst sind die Burgmauern weniger überlaufen, und das Licht ist für Fotos ideal.
Wer mit dem Hund reist, findet in den Ardennen ideale Bedingungen. Die meisten Wanderwege sind hundefreundlich, und viele Vermieter von hundefreundlichen Ferienhäusern stellen Hundekörbe und Futternäpfe bereit.
Das richtige Ferienhaus für den Herbst wählen
Ein Ferienhaus im Herbst braucht andere Eigenschaften als im Sommer. Niemand braucht einen Pool, wenn es draußen 12 Grad hat. Was zählt: ein Kamin oder Holzofen, dicke Wände, ein geschützter Außenbereich und genug Platz zum Trocknen nasser Wanderkleidung. Viele Ferienhäuser in den Ardennen sind genau auf diese Bedürfnisse zugeschnitten.
Die Preisspanne ist im Herbst attraktiv. Außerhalb der Schulferien in Nordrhein-Westfalen und den belgischen Regionen (die Herbstferien fallen meist in die letzte Oktoberwoche) kostet ein einfaches Ferienhaus für vier Personen zwischen 80 und 130 Euro pro Nacht. Für ein größeres Haus mit Whirlpool oder Sauna, wie man es auf Ferienhäusern mit Whirlpool findet, sind es 150 bis 250 Euro. Wer als größere Familie oder Gruppe reist, findet unter den Ferienhäusern für 6 Personen gute Optionen, die sich pro Kopf sehr günstig rechnen.
Für Paare, die den Herbst als romantischen Rückzug nutzen möchten, sind kleine Cottages in Waldlage die beste Wahl. Viele der romantischen Ferienhäuser in den Ardennen haben einen Außenwhirlpool, der auch im Oktober unter klarem Sternenhimmel nutzbar ist, sofern der Vermieter ihn heizt. Das lohnt sich, ein Blick darauf beim Buchen.
Wer eine Wellness-Auszeit plant, kann gezielt nach Wellness-Ferienhäusern suchen, die eine eigene Infrastruktur mitbringen. Hammams, Infrarotsaunen und Außenbadewannen sind in gehobenen Häusern rund um Durbuy und Rendeux zunehmend zu finden. Eine Übersicht aller verfügbaren Ferienhäuser in den Ardennen hilft dabei, schnell nach Ausstattung zu filtern.
Essen und Trinken im Herbst: regionale Spezialitäten
Der Herbst in den Ardennen schmeckt nach Wild, Pilzen und Bier. Die wallonische Küche ist in dieser Jahreszeit auf dem Höhepunkt, weil viele Zutaten aus der Region kommen: Rehe aus den Wäldern um Saint-Hubert, Forellen aus den kalten Ardennen-Flüssen, Steinpilze aus dem Buchenwald, der direkt hinterm Haus beginnt.
In den meisten Dörfern gibt es mindestens ein Restaurant, das eine Wildkarte führt. Typisch ist Civet de cerf, ein langsam geschmorter Hirsch mit Waldbeeren und Thymian, dazu Pommes frites oder Kartoffelstampf mit Butter. Wer das selbst kochen möchte, findet auf dem Wochenmarkt in Libramont jeden Freitag frisches Wild beim Metzger.
Lokale Brauereien spielen ebenfalls eine Rolle. Die Brasserie de Rochefort, die zu einem Trappisten-Kloster gehört, liegt im Herzen der Ardennen. Das Rochefort 10, ein dunkles Bier mit 11,3 Prozent, ist für kalte Abende gemacht. In Achouffe, einem kleinen Dorf bei Houffalize, braut die Brasserie d'Achouffe das bekannte La Chouffe, das man direkt ab Hof kaufen kann. Ein Besuch lohnt sich, auch wegen des Orts selbst.
Wer im Ferienhaus kocht: Die lokalen Supermärkte Colruyt und Match in La Roche-en-Ardenne oder Marche-en-Famenne sind gut sortiert. Ardenner Schinken, Salami und Boudin noir findet man bei jedem Metzger. Als Mitbringsel sind Spekulatius aus Dinant (Couques de Dinant) und Ardenner Honig beliebt.
Wann fahren und praktische Infos
Die beste Zeit für einen Herbsturlaub in den Ardennen liegt zwischen dem 5. Oktober und dem 10. November. Wer speziell das Laub sehen möchte, peilt die Woche nach dem 15. Oktober an. In den Schulferienwochen der belgischen und deutschen Bundesländer steigen Preise und Buchungsdichte spürbar, manchmal um 30 bis 40 Prozent. Wer diese Wochen vermeidet, bucht günstiger und ruhiger.
Die Anreise aus Deutschland dauert je nach Startpunkt unterschiedlich lang. Aus Köln in die nördlichen Ardennen rund um Malmedy sind es etwa 80 Kilometer, also eine Stunde Fahrt. Aus Frankfurt braucht man rund zwei Stunden bis nach La Roche-en-Ardenne. Aus Brüssel fährt man eine Stunde bis nach Durbuy, gut eineinhalb Stunden bis nach Bouillon. Mit dem Zug gibt es eine Verbindung von Lüttich nach Gouvy, von dort weiter mit Bus oder Taxi in die umliegenden Ortschaften.
Buchungshinweise: Viele Anbieter verlangen für Herbstbuchungen eine Mindestnacht von drei oder vier Nächten. Wer ein Wochenende plant, sollte Freitag bis Montag buchen, das ist meist flexibler als Samstag bis Samstag. Stornobedingungen prüfen, da gerade kleinere Vermieter keine kostenlosen Stornierungen anbieten. Haustiere werden in den meisten Häusern akzeptiert, oft gegen eine Reinigungspauschale von 25 bis 50 Euro. Den vollständigen Leitfaden zum Ferienhaus in Belgien mieten findet man mit allen wichtigen Details zur Buchung.
Wettermäßig gilt: Regenjacke immer dabei. Im November kann es auch schon Nachfrost geben, vor allem im Hohen Venn. Wanderstiefel mit guter Grip-Sohle sind kein Luxus, sondern Pflicht, weil das nasse Laub auf Waldwegen rutschig ist. Für Kinder empfehlen sich wasserfeste Gummistiefel und ein kompletter Regenanzug.
Häufige Fragen
Was kostet ein Ferienhaus in den Ardennen im Herbst?
Außerhalb der Schulferienwochen zahlt man für ein Ferienhaus für vier Personen zwischen 80 und 130 Euro pro Nacht. Größere Häuser mit Sauna oder Whirlpool liegen zwischen 150 und 250 Euro. In den Herbstferienwochen, die meist in die letzte Oktoberwoche fallen, steigen die Preise um 30 bis 40 Prozent. Frühzeitig buchen lohnt sich, viele Anbieter bieten Frühbucherrabatte bis zu 10 Prozent an.
Wann ist die Laubfärbung in den Ardennen am schönsten?
In den meisten Jahren liegt der Höhepunkt der Laubfärbung zwischen dem 15. und 25. Oktober. Das hängt vom Wetter des Sommers und Frühherbstes ab. Ein trockener September beschleunigt die Färbung, ein nasser verlangsamt sie. Besonders schön ist das Farbenspiel rund um Bouillon, im Hohen Venn und entlang der Ourthe zwischen La Roche-en-Ardenne und Houffalize.
Sind die Ardennen im Herbst für Kinder geeignet?
Ja, gut sogar. Die Grotten von Han sind ganzjährig geöffnet und bei Kindern beliebt. Der Wildpark Parc à Gibier in Saint-Hubert zeigt heimische Tiere in natürlicher Umgebung. Viele Wanderwege sind kinderwagengeeignet. Wichtig: warme, wasserfeste Kleidung und Gummistiefel einpacken, da nasse Waldwege dazugehören.
Kann ich mit meinem Hund in die Ardennen fahren?
Die Ardennen gehören zu den hundefreundlichsten Regionen Belgiens. Die meisten Wanderwege erlauben Hunde, viele Restaurants haben hundefreundliche Bereiche, und zahlreiche Ferienhäuser nehmen Hunde gegen eine Reinigungspauschale von 25 bis 50 Euro auf. Beim Buchen einfach nach dem Filter für hundefreundliche Unterkünfte suchen.
Wie weit sind die Ardennen von Köln oder Frankfurt entfernt?
Von Köln bis nach Malmedy oder Stavelot sind es rund 80 Kilometer, also etwa eine Stunde Fahrt. Von Frankfurt bis La Roche-en-Ardenne sind es ungefähr 230 Kilometer, was rund zwei Stunden bedeutet. Von Brüssel erreicht man Durbuy in einer Stunde, Bouillon in etwa eineinhalb Stunden.
Welche Ardennen-Orte sind im Herbst besonders empfehlenswert?
Bouillon für die Semois-Landschaft und die mittelalterliche Burg. La Roche-en-Ardenne für Wanderwege und regionale Küche. Durbuy für Stadtflair in kleinem Format. Malmedy und Stavelot für das Hohe Venn. Saint-Hubert für Wildbeobachtung und das Hubertusfest im November. Alle diese Orte haben weniger Betrieb als im Sommer, was den Aufenthalt angenehmer macht.
Muss ich ein Ferienhaus in den Ardennen lange im Voraus buchen?
Für normale Oktoberwochen reichen vier bis sechs Wochen Vorlauf meist aus. Die Herbstferienwochen sind dagegen schon im Sommer ausgebucht, besonders für Häuser mit Kamin, Sauna oder Whirlpool. Wer in den Schulferienwochen reisen möchte, bucht besser drei bis vier Monate im Voraus. Für spontane Trips lohnt ein Blick auf kurzfristige Verfügbarkeiten, die manchmal mit Rabatt angeboten werden.
Was zieht man im Oktober in den Ardennen an?
Lagen-Prinzip: Merino-Unterhemd, Fleecejacke, wasserdichte Außenjacke. Dazu wasserfeste Wanderstiefel mit Grip-Sohle, da nasses Laub auf Waldwegen rutschig ist. Abends am Kamin reicht leichte Freizeitkleidung. Temperaturen liegen tagsüber bei 8 bis 15 Grad, nachts kann es auf 2 bis 5 Grad fallen. Im Hohen Venn und auf exponierten Kuppen kann es schon im Oktober kurze Frostperioden geben.